Meine Welpenaufzucht

Das wichtigste in der Zucht sind Wesen und Gesundheit. Ausserdem müssen die Hovawarte eine gute Veranlagung zum Gebrauchshund haben, mit viel Beutetrieb und einem passenden Aktivitätsniveau. Sie sollten - wenn möglich - auch gut aussehen, aber das Wichtigste ist und bleibt das, was im Kopf drin ist!!!  
Für mich ist es von grosser Bedeutung, dass sowohl meine Zuchttiere als auch die Rüden, die ich anwende eine  Zuchttauglichkeitsprüfung und natürlich ein "bomben-Wesen" haben. Dass sie gesund sein müssen ist wohl überflüssig zu erwähnen.  

Für die Corgizucht lege ich sehr viel Wert auf ein offenes und freundliches Wesen und typvolle Zuchttiere. Für mich ist es bei keiner der beiden Rassen wichtig, dass die Zuchttiere Champions sind - Ausstrahlung und Gesamtbild - das ist wichtig! 

Einen Wurf Welpen grosszuziehen erfordert vom Züchter viel Zeit, Energie und Enthusiasmus, aber all dies wird wettgemacht, wenn man sieht, wie die Kleinen zufrieden und glücklich heranwachsen. In den ersten 8 Wochen hat man als Züchter eine große und bedeutungsvolle Aufgabe, denn es ist unsere Aufgabe und Verantwortung harmonische, sozialisierte und motivierte Welpen an die erwartungsvollen Käufer abzugeben.

Die ersten 12 Wochen ist ein Welpe wie eine offene Kamera, die alles aufnimmt. In den kommenden Jahren entwickelt der Welpe dann diesen Film!!

Ich habe bis jetzt 13 Würfe gezüchtet, 10 Hovawart- und 3 Corgiwürfe. Meine Welpen sind von Anfang an in Menschenhänden! Es gibt doch auch nichts schöneres, als der intensieve Kontakt mit den kleinen Kerlchen. Die Arbeit mit so einem Wurf wird schnell wettgmacht, wenn man sich mit den kleinen Welpen beschäftigt, und merkt, wie zufrieden sie sind. 

Baras erster Wurf. Alle Hündinnen sind anfänglich auf etwas menschliche Hilfe angewiesen. Die Kleinen werden trocken gerubbelt, kontrolliert und gewogen, natürlich so, dass die Hündin es acceptiert. Es ist ja ihr Instinkt, auf die Nachzucht acht zu geben.

Nach der Kontrolle werden die Kleinen warm gehalten, während die Mutter sich auf die nächsten Welpen konzentriert. Ab und zu kann man versuchen, die Kleinen anzulegen, aber die Mutterhündin hat oft zu viel mit den Wehen zu tun. Hier auf dem Foto ein paar neugeborene Corgiwelpen.

Natürlich wachsen die Welpen im Haus auf. Zwingerhaltung kommt für mich nicht in Frage, und der enge Kontakt zu den Tieren ist nur gewährt, wenn man immer mit ihnen zusammen sein kann!

Die Hündin muss während der Geburt Ruhe haben. Meine anderen Hunde dürfen nicht in die Wurfstube kommen. Für die Welpen wird mein Büro eingerichtet, wo ich auch die ersten 3 Wochen schlafe. Natürlich dürfen Besucher kommen, aber nicht in den ersten Wochen. Hier ist es wichtig, dass die Hündin keinen Stress hat. Ausserdem besteht anfangs immer die Gefahr der Infektion, wenn fremde Leute die Wurfstube betreten.

In der gesamten Welpenzeit ist es ungeheuer wichtig, das die Welpen sehr viel menschlichen Kontakt bekommen - und den bekommen sie!

Gibt es was herrlicheres als kleine Welpen?

Aber auch andere Personen sollten mit den Welpen Kontakt aufnehmen.

Hier ist mein Bruder Ole zu besuch.

Sehr wichtig ist auch der Kontakt zu Kindern. Da ich selber keine habe, lade ich immer welche ein.

Kirstens Sohn Björn ist ein tolles "Welpen-Kind". Er kann stundenlang mit den Kleinen schmusen und spielen. Ausserdem hat er schon viel Ahnung vom Umgang mit jungen Hunden, und man kann ihm unbesorgt diese Aufgabe übertragen.

 

Auch die optimale Fütterung ist von großer Bedeutung. Wenn die Kleinen zwischen 2 und 3 Wochen alt sind, bekommen sie ihre erste Fleischmahlzeit - mageres Rinder- oder Kalbshack. Das ist DER Hit. Danach kommen noch Sauermilchprodukte hinzu und Welpenfutter von hoher Qualität. Anfangs eine arge Sauerrei.... Auch später gibt es immer noch hin und wieder Hack, und immer aus der Hand.  

   Die Fleischportion ist für den ganzen Wurf!!

Wenn die Welpen dann älter sind, können sie entweder ihren eigenen Napf bekommen, oder im "Kollektiv" fressen. Es ist wichtig, auch die Futterstelle zu variieren.

            

 

Die Welpen sollten auf vielen verschiedenen Belägen gehen (Gras, Beton, Teppich, Holz, PVC etz.) und viele viele verschiedenen Spielsachen haben

 Begeistert sind sie ja vom "Bällchen-Bad". Hier spielen sie stundenlang. Manchen schlafen sie auch inmitten der Bälle ein. Diese Bälle stärken das Gleichgewicht der Kleinen, und sie lernen ganz unproblematisch sich auf einem unsicheren Belag zu bewegen.            

Auch die verschiedenen Tunnel und Brücken werden stets genutzt. Die Welpen verbringen viel Zeit damit. 

Das ist der erste - der Babytunnel. Meine Mutter hat ihn aus zwei bodenlosen Eimern, verbunden mit Teddystoff, genäht. Der HIT!

Der neuste Tunnel besteht aus drei Röhren.

 Verschiedenes Spielzeug ist immer willkommen. Hier diverse Quietschetierchen und Bälle.

..oder verschiedene Teddys in unterschiedlichen Größen.

Das gilt natürlich für das Welpengehege und für den Garten.

Die Welpen lieben den Garten, und ab und zu werden sie eben richtig, richtig dreckig, aber dann haben sie auch richtig Spaß gehabt........

Hier der Corgi Preben (Beowulf), das kleine Schwein.....

Auch das Spiel mit der Beute ist sehr wichtig

Einige Würfe werden im Winter geboren, und dann ist es wichtig, dass die Kleinen auch im Schnee spielen dürfen.

 

 

Sehr wichtig ist auch der Kontakt zu den anderen Hunden, Katzen und Hühnern.

      

Die Hühner sind auch ein Hit! Die Welpen können lange Zeit vor dem Hühnerhof ausharren, und die komischen Tiere beobachten.

  Bei den Corgis sieht man jedoch schon sehr früh den Hüteinstinkt. Hier treiben Bridget Jones und ihr Bruder Beowulf ein paar Hühner ins Gehege.

Aber auch die Katze ist interessant....

 Hier mein Main Coon Sullivan.

Meine Welpen dürfen auch nicht zu lange alleine sein. Ab und zu muß ich halt Geld verdienen, und dann ist es wichtig, einen Doggy-Sitter zu finden. Zum Glück wohnt meine Mutter in der Nähe, und sie ist immer bereit, "Reserve-Oma" für die Welpen zu sein.

Meine Welpen sind natürlich auch ab und zu im ganzen Haus, und da gibt es viel zu entdecken.

Ich hoffe, Ihr habt jetzt einen Eindruck davon bekommen, wie ich meine Welpen groß ziehe, und worauf ich Wert lege, sowohl in der Zucht, als auch in der Aufzucht. Ich investiere sehr viel Zeit und Liebe in diese wichtigen 8 Wochen und kann dann nur hoffen, dass die neuen Besitzer diese Arbeit schätzen und weiterführen.

Der Abschied fällt immer schwer......